24. Februar 2022
Tags: Klima, Faktencheck, Gesellschaft
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Wie ist der Vergleich zu anderen zivilisatorischen Gefahren für Vögel? Das ist – im wahrsten Sinn – immer das Killerargument gegen Windkraft: Die Windräder töten so viele Vögel, man darf keine neuen Windräder bauen; am besten alle abreißen! Ist das wirklich so?
Zurzeit (2020) sind in Deutschland etwa 31.000 Windkraftanagen aufgebaut und die Tendenz ist steigend um Themen wie Elektromobilität oder die Wasserstoff Strategie umsetzen zu können. So verdoppelte sich die Leistung der installierten Anlagen in den letzten acht Jahren und soll bis 2030 weiter verdoppelt werden. Nach dem Umweltbundesamt sind 115 Gigawatt an Leistung bis Ende 2030 geplant. Daran anschließend soll auf Basis des EEG 157 GW bis Ende 2035 und 160 GW bis Ende 2040 ausgebaut werden.
Im März 2023 wurden ca. 24,1% des Stroms durch Windkraft erzeugt. Das ist eine Steigerung vom Jahr 2021 (21,6% des Strommixes) um fast 10%. Leider liegen die Konventionellen Energien mit über 50% immer noch weit vorne.
Daher werden die Rufe der Windkraftgegner immer lauter mit teils erschreckenden Zahlen. Je nach Quelle sterben durch Windräder jährlich 10.000 bis 100.000 Vögel – also 0,3 bis 3 Vögel pro Windrad und Jahr. Gerade Großvögel wie der Rotmilan oder der Mäusebussard sind davon betroffen. So ist tatsächlich ein Teil der Population der Rotmilane durch Windkraftanlagen bedroht. Ich kann den Aufschrei sogar fast verstehen. 100,000 Vögel pro Jahr ist eine riesige Anzahl an Tieren.
Jedoch erscheint dieses Argument im Vergleich zu anderen Vogelkillern geradezu lächerlich. Diese Liste ist bestimmt nicht vollständig aber dafür nach Bird-stop-power sortiert
Summe: ca. 330.000.000 Vögel sterben durch Menschen in Deutschland pro Jahr!
Ja und Nein! Alle Zahlen, die zum Vogelsterben vorhanden sind, haben eine großen Fehlerbalken. Es werden z.B. tote Vögel, die in einer räumlichen Nähe zu etwaigen Verursachern gefunden werden, diesen zugeordnet. Das ist, erstens nur Stichprobenartig möglich, und zweitens muss ein toter Vogel, der beispelsweise nah an einer Autobahn gefunden wurde, noch nicht durch ein Auto getötet worden sein. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich! Das gleiche gilt natürlich auch für Windkraftanlagen.
Jedoch bringt der Vergleich der Größenordnungen dorch schon einen gewissen Erkenntnisgewinn. So kann man mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass Katzen, Fenster und der Straßenverkehr das viel größere Problem für Vögel sind, als Windräder.