2. Mai 2024
Tags: Klima, Faktencheck, Wissenschaft
Lesezeit: viele Minuten

Nachdem ich vor einiger Zeit mit einem Bekannten sehr intensiv über die Nutzung von Kernenergie diskutiert habe, kam mir der Gedanke, einige Meinungen mit Fakten zu be/entkräftigen. Daher gibt es hier eine ungeordnete Liste mit Aussagen, die lose mit dem Thema AKW zu tun haben.
Es gibt keinen kostengünstigeren, CO2-neutralen Strom als den aus Kernkraftwerken
Der Autor behauptet, dass der Preis für Kernenergie vor dem Ukrainekrieg auf dem Niveau des Preises des Stroms aus Gaskraftwerken lag. Dabei stützt er sich auf eine Studie der Internationalen Energie Agentur (IEA). Ja, diese »Studien« der IEA gibt es. Jedoch muss man leider immer wieder feststellen, dass nicht jede Studie eine gute Studie ist. In der Wikipedia ist geschrieben, dass die IEA „mehrfach für ihre drastischen Fehlprognosen zu Wachstumspotential und Kosten der erneuerbaren Energien in den jährlich herausgegebenen World-Energy-Outlook-Berichten“ kritisiert worden sei. Außerdem gilt die als atomfreundlich. Und Ja! Auch Wikipedia Artikeln muss man nicht grenzenlos vertrauen. Jedoch kann eine Aussage in einer solchen Qualität als erste Warnung dienen.
Deshalb habe ich sie mir angeschaut! Die Studie der IEA ist irgendwie gar keine Studie. Es fehlt wirklich alles was man bei einer Studie erwarten würde. Stand des Wissens, Wissenslücke, Erhebung der Daten, Einordnung der Daten, Methodik, Zitate zu anderen Studien. Es werden Daten verwendet, es wird jedoch nicht klar, woher die denn nun stammen. Außerdem ist alles so in den Kapiteln verschwurbelt, dass man nicht richtig durchblickt, was die Autoren (die auch nicht angegeben sind), eigentlich sagen wollen. Ich lese schon wirklich nicht wenige Veröffentlichungen, auch aus anderen Themengebieten, aber dieser Text war einfach nicht gut zu lesen. Man könnte die Idee bekommen, dass das Absicht sei. Andere, die offenbar mehr Erfolg beim einordnen dieses Textes hatten, konnten herausfinden, dass die Daten der IEA durch Umfragen erhoben wurden und die Baukosten nicht richtig abbilden.
Zum »realistischen« Preis von Atomstrom gibt es verschiedene Einschätzungen von verschiedenen Akteuren (siehe Tabelle). Egal welchen Wert man nun nimmt, die Gestehungskosten von Atomstrom sind in allen Fällen höher als die von Erneuerbaren und sogar von Gas- und Kohleverstromung.
| Studie von | Kommentar | Preis ₵/kWh |
|---|---|---|
| FÖS e.V. | Auftraggeber: Greenpeace Energy | 38,3 |
| Investmentbank Lazard | Kosten: USA | 18 |
| IWR | Kosten: Hickleypoint C ab 2027 | >16,7 |
| Umweltbundesamt | Studie vom Fraunhofer Institut | 34 |
Ich habe alle anderen Werte, die deutlich unter 10 Ct/kWh liegen nicht mit einbezogen, da diese nur vom Preis ohne Errichtung und Entsorgung ausgehen.
Der Grund der großen Schwankungen in den Abschätzungen ist nicht immer genau nachzuvollziehen, da nicht genau bekannt ist, welche Kosten in die LCOE einberechnet werden. Am Beispiel von Frankreich lässt sich gut nachvollziehen, welche Kosten durch das Aufrechterhalten von Atomkraft entstehen. Der EU-Binnenkommissar geht davon aus, dass 50 Mrd.€ benötigt werden, um die bestehenden Atomkraftwerke Instand zu halten und 500 Mrd. € für den Bau neuer bis 2030 benötigt werden.
Auch das Ökoinstitut gibt Durchschnittspreise für Atomkraft in Europa mit 15 bis 19 ₵/kWh an. Schaut man auf weitere Presseberichte, so liegen die Kosten der Kernenergie in Europa für das Jahr 2020 bei 15 bis rund 19 Cent pro Kilowattstunde ohne Steuern, Abgaben oder Netzentgelte und sind damit wesentlich höher als die Durchschnittswerte für die Erzeugung von Photovoltaik oder Windenergie an Land.
In anderen Ländern sieht es nicht besser aus. Französischer Atomstrom war lang sehr günstig. Das lag aber nicht an der grundsätzlichen Günstigkeit, sondern an den hohen Subventionen durch den Staat. Der Preis liegt lag 2024 trozt (inzwischen gesunkener Subventionen) bei 27 Cent pro Kilowattstunde.
Vor allem die Unsicherheit bei den Baukosten sind ein Problem für die Schweizer. Neu geplante AKWs müssten doppelt subventioniert werden, beim Bau und bei den Strompreisen. Außerdem würde auch die Abhängigkeit von Stromimporten nicht gesenkt werden können.
Wenn man den Blick etwas weitet und die gesamten Kosten von Atomkraft betrachtet, besagt eine Studie im Auftrag von Greenpeace Energy, dass die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Atomkraft von 2007 bis 2019 etwa bei 348 bis 533 Mrd. Euro liegen werden. Zusätzlich werden mehr und mehr AKWs in Europa und den USA trotz Betriebsgenehmigung abgeschaltet, weil sie mit dem günstigen Preis der Erneuerbaren nicht konkurrieren können.
Abschließen können wir dieses Abschnitt mit einem Zitat einer MIT Studie: "New nuclear plants are not a profitable investment in the United States and Western Europe today."
Es gibt keinen kostengünstigeren, CO2-neutralen Strom als den aus Kernkraftwerken
Nein! Atomstrom ist nicht CO2 neutral. Jedoch entsteht das CO2 nicht während der Stromproduktion, sondern in allen Prozessen drumherum: Abbau, Transport, „Lagerung“. Der IPCC gibt darüber Informationen. Atomstrom erzeugt 3,7 bis 110 g/kWh CO2. Als ein realistischer Mittelwert wird mit 66 g/kWh angegeben. Andere Quellen gehen von Werten zwischen 68 bis 180 g/kWh aus. Die Wiener Stadtwerke gehen von einer CO2-Bilanz der gesamten Uranbrennstoff-Kette die alles umfasst (Erzförderung, Uran-Anreicherung, Brennelemente-Fertigung, Bau, Betrieb, Abriss von Reaktoren und Lagerung ) von ungefähr 88—146 g CO2 pro Kilowattstunde aus.
Das ist natürlich im Vergleich zu Gas, mit etwa 450 g/kWh, und Braunkohle, mit 1100 g/kWh, weniger. Jedoch sind die Erneuerbaren deutlich besser. Bei Solarstrom wird im Mittel von 40 g/kWh und bei Windkraft von 9 g/kWh ausgegangen.
Das CO2 bei AKWs ist einfach besser Versteckt. So entsteht dieses hauptsächlich beim Uranabbau und beim Bau und Rückbau der Anlagen.
Auch ein wenig Medienkritik darf hier nicht fehlen. In allen großen (Online) Zeitungen wird eine Studie von einem Physiker der Universität Stuttgart André Tess erwähnt, aber nicht verlinkt! Ich finde zum Thema Atomkraft nur eine Korrektur zu einem Paper. In welchem Paper die Aussage getätigt wird, dass der Atomaustieg zulasten der CO2-Bilanz geht, konnte ich nicht nachvollziehen.
Für eine detaillierte Diskussion wo bei der Atomenergie das CO2 entsteht schaut bitte ins Forum der Lage der Nation.
Weitere Lektüre:
Dass es der Regierung nicht um das Klima geht, sondern nur um ihre eigene ideologie, sieht man ja an den abgeschalteten AKWs
Die letzten drei Atomkraftwerke, die bis zum Ende der Atomkraftnutzung am 15.04.2023 betrieben wurden, waren: Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2. Zusammen haben die drei Kraftwerke 2022 eine Energie von 32,7 TWh ins deutsche Stromnetz eingespeist. Im gleichen Zeitraum wurde von Kohlekraftwerken eine Energie von 169,9 TWh eingespeist. Ein Kohlekraftwerk hat eine CO2 Emission von rund 1 kg/kWh. Der Ersatz der Atomkraft rein durch Kohlekraftwerke würde demnach zu einer Emission von 35 MT CO2 führen.
So leicht ist das ganze aber nicht. Es würde ja nicht Atomkraft durch Braunkohle ersetzt, sondern durch den deutschen Strommix. Wenn man diesen mitberücksichtigt, mit 434 g/kWh, erhält man eine Emission von 15 MT CO2, der der durch die Abschaltung von Atomkraft maximal zusätzlich erzeugt werden könnte.
Ganz entscheidend ist auch, dass im Jahr des Endes der Atomkraftnutzung auch die Nutzung von Braun- und Steinkohle massiv von zusammen 179,9 TWh (2022) auf 131,6 TWh (2023) zurückging. Insgesamt ist der Stromverbrauch von 2022 auf 2023 um ca. 5% zurückgegangen. Zusätzlich kommt noch der Zubau an regenerativer Stromerzeugung hinzu. So wurden 2023 Windkraftanlagen mit einer theoretischen Leistung von 31 TWh hinzugebaut.
Jaja, ich weiß, theoretisch. Windkraftanlagen speisen im Mittel ca. 38% der Maximalleistung ins Netz ein, so dass wir auf eine zusätzliche Einspeisung von etwa 12 TWh für Windkraft kommen.
Da ich hier auf einen sehr »meinungsstarken« Kommentar antworte, will ich mit meiner Rechnung ebenso wenig zimperlich sein. Darum ziehe ich von den 32,7 TWh der Atomkraftwerke noch die 12 TWh der zugebauten Windkraft abziehen. Einfach nur, weil ich hier die Rechnung mache. Im Gegensatz zum Kommentator lege ich diese Herangehensweise offen. Also muss nur noch die Energie von ungefähr 20 TWh Atomkraft durch ersetzt werden, was zu ungefähr 10 MT CO2 zusätzlich durch das Abschaltend er AKWs führt.
Nach neueren Studien des Umweltbundesamtes wird durch ein Tempolimit von 120 auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen eine Einsparung von 6,7 MT CO2 erreicht. Diese Berechnung wurde freilich von der FDP angezweifelt. Ich habe das Gutachten nur kurz quergelesen und konnte daher die Qualität und Berechtigung nicht genau nachvollziehen. Ganz im Sinne der »Meinungsbildung« will ich aber einige Thesen kurz andeuten. So wurde direkt zu Beginn erläutert, dass die FDP ja gar nicht die Datenbasis habe um eigene Berechnungen anstellen zu können. Außerdem sei die Datenlage des UBA wegen des »gestiegenen« Verkehrsaufkommen nicht mehr repräsentativ für den berechneten Zeitraum. Mehr kann ich auf den ersten Blick nicht sagen. Die zwei Trigger, die mir direkt aufgefallen sind, wollte ich euch zur eigenen Einordnung jedoch nicht vorenthalten.
Alles zusammengefasst kann man grob festhalten, dass ein Tempolimit sehr wohl eine fast vergleichbare Einsparung an CO2 im Vergleich zum Ersatz der AKWs durch andere Arten der Stromerzeugung bewirkt.
..., dass die deutschen Kernkraftwerke mit einer Auslastung von 87 Prozent zuverlässig Strom geliefert haben und damit perfekt zur Stabilisierung der Stromversorgung ... beitragen könnten
Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass ich zuerst auf die Ausfälle der Atomkraftwerke in Frankreich eingehe. Die Kette der Berichte über Ausfälle bricht nicht ab. 2016 fallen die Hälfte der Französischen AKWs aus, 2018 fallen 27 von 58 AKWs aus, 2019 sind zeitweise 24 von 56 Kernkraftwerken außer Betrieb und über das gesamte Jahr fällt jedes AKW im Durchschnitt 96,2 Tage aus.
Das ist ja nicht Deutschland, sondern Frankreich, nicht wahr? Ja, aber! Die Kapazitätsauslastung in Frankreich liegt seit 20 Jahren bei etwa 75% trotz aller Ausfälle. In Deutschland lag die Auslastung bei 80%, also nicht deutlich höher. Die Ausfallzeiten in Deutschland lagen seit 2011 bei etwa 9% über alle Kraftwerke.
Auch die Engländer sind nicht besser. Dort fielen Anfang 2024 6 von 9 Kernreaktoren aus.
Durch die starke Trockenheit und Hitze 2026 hat sich diese Problematik weiter verschärft. In Rumänien musste der Wasserzugang eines AKWs freigesprengt werden, die Schweiz hatte zeitweise nur 50% des Atomstroms zur Verfügung und in Frankreich waren es immerhin noch 75%.
Vergleich Deutschland: gekühlt werden müssen hier keine Atomkraftwerke mehr, während die Erneuerbare verlässlich Strom lieferten.
Was nun zuverlässig bedeutet, muss jeder für sich selbst beantworten. Für Einige gilt 30 Minuten zu spät kommen noch als zuverlässig, Andere wären schon wutschnauben weg. Jedoch kann man bei Atomkraft nicht per se von Zuverlässigkeit sprechen.
Wie relevant das Thema Zuverlässigkeit ist, hängt ganz klar vom jeweiligen Land ab. International ist die Kernkraft relativ unbedeutend. Die insgesamt 415 Atomreaktoren erzeugen lediglich einen Anteil von zwei bis drei Prozent des Endenergiebedarfs
Hitze und Dürre in Europa zeigen, dass die Atomkraft ihr wichtigstes Versprechen nicht mehr einlösen kann.
Weiter recherchieren:
Teure Speicher, zusätzliche Netze und Wasserstoff könnte man sich dann sparen.
Es gibt eine große Vielfalt an verschiedenen Speichertechnologien. Diese sind in folgende Kategorien aufgeteilt:
Die Bekanntesten darunter sind die mechanische Speicherung in Pumpspeicherkraftwerken, die elektrochemische Speicherung in Batterien und die chemische Speicherung, z.B. als Wasserstoff durch Elektrolyse.
Jede dieser Speichertechnologien unterscheidet sich zum Beispiel in der Effizienz, Selbstentladung, Speicherdauer, usw. und eignet sich daher für unterschiedliche Zwecke, die in Kombination dann ein sinnvolles Konzept ergibt.
Eine wichtige Kenngröße für den Strompreis sind die Stromgestehungskosten, oder LCOE. Diesen liegen für verschiedene Szenarien in folgender Höhe:
Die Stromgestehungskosten von AKW liegen deutlich höher, wie oben beschrieben, mit 16,7 – 38 ₵/KWh. Damit ist die Aussage des Kommentators einfach nicht richtig.
Was noch in der Rechnung der WKW fehlt sind die nicht gezahlten Versicherungskosten. Diese werden mit 10.000 €/KWh/Jahr geschätzt.
Kommentare dieser Art waren hier zu finden:
Diese Anschuldigung kann man gar nicht richtig kommentieren, da irgendwie alles politisch gewollt ist. In manchen Fragen richtet sich »die Politik« nach der Mehrheitsmeinung der Bürger (siehe Atomkraftgegner) und in manchen nicht (siehe Tempolimit). Und beim Thema Atomkraft waren auch zwei wichtige Ereignisse bestimmt von Bedeutung: Tschernobyl und Fukushima.
Implizit steckt also in dieser Überschrift die Anschuldigung, dass durch bürokratische und gesetzliche Hürden die Bauzeit bewusst verlängert wird UND das mit dem Zweck, Atomkraftwerke zu verhindern.
Um den nötigen Energiezubau zu gewährleisten, müssten jährlich ca. 30 Gigawatt, also 25 bis 30 Anlagen, zugebaut werden. Es werden aber nur 10 GW zugebaut. Warum das so ist, gilt zu klären. Dabei gibt es mehrere wichtige Indizien dass dieser langsame Zubau rein ökonomisch getrieben ist:
Im Gegenteil. Es lässt sich eher die Gegenseite als politisch gewollt darstellen. So ist nach einem Beitrag der Nachrichtenseite Denkstrom gut dokumentiert, wie wirtschaftliche Interessen, vor allem durch Atomkraft-Länder (Frankreich) bei der EU, wissenschaftlich evidente Entscheidungen blockieren. Frankreich, welches bi zu 70% seines Stroms durch AKWs herstellt und 100.000 Menschen in dieser Branche beschäftig, setzt hierbei stringent nationale Interessen gegenüber der EU durch, Beispiel: Atomkraft gilt seit 2022 als grüne Investition gegen den Rat der EU Nachhaltigkeitsexperten.
Außerdem sollten wir nicht abseitsstehen, wenn 20 führende Nationen ... massiv in den Ausbau der Kernenergie investieren wollen.
Ihren Höhepunkt hatte die Atomkraft im Jahr 1996. Damals wurden 17,5 Prozent der weltweiten Stromerzeugung durch AKW gewähreistet. Seit dem sinkt der Anteil der Atomenergie kontinuierlich, und ist im Jahr 2026 bei 8,9 Prozent.
Nur um diese 9% zu halten, müssten bis 2030 rund 120 Gigawatt neue Leistung installiert werden, das sind etwa 120 neue Reaktoren.
Kleine Rechenaufgabe:
Hmm, die Rechnung wird nicht aufgehen.
Derzeit sind dem WNISR zufolge weltweit 66 Reaktoren in Bau
Auch Herrn Gründinger ist aufgefallen, dass Frankreich und die USA seit längerem und gerade aktuell fast gar keine Kernkraftwerke mehr bauen.
Entweder kann der Autor nicht zählen (20 versus 11; 50% Schwund ist immer) oder er strapaziert das Wort »wollen« sehr stark. Der Handelsblattartikel ist von Februar 2024, meine Zahlen von September 2026. Nach zweieinhalb Jahren hat sich sein »wollen« noch nicht im Machen manifestiert.
Noch gibt es selbst in Deutschland Unternehmen wie das Berliner Start-up Dual Fluid, die die künftige Generation von Kraftwerken entwickeln. Diese gilt es zu fördern.
Schätzung zu Folge wurden die Atomindustrie von 1955 bis 2019 mit circa einer Billionen € gefördert und weitere 100 Milliarden € werden für den Rückbau bereitgestellt. Hinzu kommen noch 200 Millionen € aus dem europäischen Emissionshandel für die SMR-Strategie.
Wenn wir in die EU Landkarte hineinzoomen: Frankreich will insgesamt 1 Milliarde € in die Entwicklung von SMR stecken und fördert die Entwicklung eines Mini-AKW mit 350 Millionen € bis 2027.
Ich weiß nicht, wie man bei dieser Datenlage davon sprechen kann, dass Kernenergie stärker gefördert werden soll??? Das sind solch riesige Summen, die jetzt schon dort hineinfließen, dass ich nicht weiß, ob der Autor des Textes im Handelsblatt oben einfach nur trollen will.
Außerdem zeigt die TU Dresden, dass sich der Forschungsschwerpunt nur verlagert, aber nicht wegfällt. So wird nun die Bewertung der Sicherheit, die Untersuchung von Strahlung auf verschiedene Materialien gefördert und so Lücken in der Forschungslandschaft gechlossen.
Wenn wir die zur Diskussion stehende Aussage noch genauer anschauen, fällt das Unternehmen Dual-Fluid auf. Der vorgestellte Reaktor funktioniert nur in der Theorie und wird Fachleuten nach, erst nach Jahrzehnten zu Einsatz kommen können. Auch der Vergleich mit anderen Flüssigreaktoren hinkt, da der verglichene Reaktor in China ein Monofluid Thorium-Flüssigsalzreaktor ist der komplett anders funktioniert.
Die Wirtschaftlichkeit ist nicht bewiesen. Niedrigere Kosten pro Kilowatt entstehen erst bei Serienfertigung, die es bisher nicht gibt.
Gerade das Startup Dual-Fluid besticht durch eine erstaunliche politische Nähe zur AFD. Daher sollte man die Motivation der Förderung nochmal kritisch hinterfragen.