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Streak Running

Streak Running

6. Februar 2024

Tags: Sport, Challenge, Gesundheit
Lesezeit: 7 Minuten

Titelbild

Auch im Februar laufen die Challenges weiter. Und wir sind hier direkt bei Punkt 2 der beliebtesten Neujahrsvorsätze angekommen: mehr Sport treiben. Laut Statista wollen 48% der Deutschen im neuen Jahr mehr Sport treiben. Wie schon im ersten Blog-Eintrag geschrieben, ist nicht der Vorsatz das Problem, sondern das durchhalten. Anders als beim Alkoholverzicht, bei dem man einfach etwas NICHT machen muss, ist es hier genau umgekehrt: ich muss den ganzen Februar aktiv etwas machen, und zwar laufen. Und bei diesem Satz wird schon jeder nächstbeste Optimierungscoach intervenieren. Es geht hier nicht ums Müssen sondern ums Dürfen. Um Herrn Heyer von der Schwäbischen zu zitieren: „Es muss ein Umdenken sein.“ LOL

Abgesehen von diesem rhetorischen Fehlgriff finde ich den Ansatz ja richtig; warum quäle ich mich für etwas, was ich gar nicht will; oder warum macht mir etwas so viel Stress, obwohl ich es doch eigentlich will … daher glaube ich schon, dass die Herangehensweise, ein Umdenken zu erzielen, selbst bei solchen Kleinigkeiten, essentiell. Zum Beispiel: der Februar zeigt sich gerade eher nicht von seiner Zuckerseite. Nachvollziehbarer Weise ist es nicht gerade ein erquickendes Gefühl in Spandex-Uniform bei 10°C in den Regen hinauszurennen. Jeder der einigermaßen regelmäßig läuft, kenn aber doch dieses wohlige Glück, nach dem Joggen. Und daran denke ich: 30 Minuten kalter Regen, aber dafür einen ganzen Tag oder Abend dieses leichte Glücksgefühl—und man hat sich an seine Vorsätze gehalten 😉.

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Ich habe bereits einiges an Lauferfahrung; angefangen vor ca. 10 Jahren mit ganz lockerem Training. Ein wenig Nervenkitzen musste ich dann aber doch noch haben. Also habe ich ab 2017 an Wettbewerben teilgenommen; angefangen mit ein paar Halbmarathons und dann zum Abschluss dem Berlinmarathon. Das Problem am Berlinmarathon war, dass er mir so schlecht gefallen hat, dass ich danach fast komplett mit dem Laufen aufgehört habe. Ich bin dann nur noch sporadisch gelaufen und musste mich fortan immer zum Laufen zwingen.

Wie werde ich diesen Monat gestalten? Aus den USA kommt der Trend des Streak Runnings. Jeden Tag wird mindestens eine Meile (1,61 km) gelaufen—keine Ausreden erlaubt! Das Motto der USRSA (United States Running Streak Association) ist ganz bescheiden.

Through weather, injury, illness, and life events, we run everyday

Es ist möglich, sich bei USRSA zu registrieren und seinen Streak zu dokumentieren. Jedoch erscheint man in der Liste der aktiven Streaks erst, wenn man bereits ein Jahr lang jeden Tag gelaufen ist. Jedoch ist man mit dieser Leistung erst auf Platz 4655. Platz 1 belegt Jon Sutherland mit einem 19980 Tage langem Streak. Das bedeutet, dass er mehr als 54 Jahre jeden Tag gelaufen ist. OK, da ich nicht vorhabe ein ganzes Jahr jeden Tag zu laufen, brauche ich mich auch nicht um einen Account zu kümmern.

Wenn das Vorhaben ist, für Jahre jeden Tag zu laufen, dann muss man sich keine Nebenziele suchen. Bei nur einem Monat ist die tägliche Meile schon sehr mickrig. Also, zusätzlich zum täglichen Jogg will ich im Februar insgesamt 100 km laufen. Da 2024 ist ein Schaltjahr ist, sind für dieses Ziel jeden Tag im Schnitt 3,45 km Strecke nötig. Jetzt gerade, wo ich diesen Text schreibe, habe ich bereits die ersten acht Tage dieser Challenge hinter mir. Nach einer ersten Prognose werde ich die 100 km wohl locker schaffen mit einem Puffer von über 10 Kilometer.

Abwechselung ist der Schlüssel zum Glück

Ich wohne mitten in einem der größten Stadtteile von Duisburg. Dementsprechend viel Urbanität umgibt mich. Es ist egal ob ich erst nach Westen und dann nach Norden, oder erst nach Norden und dann nach Westen laufe: mit Häuserschluchten und Asphaltstraßen beginnt quasi immer meine Joggingrunde. Um in diese triste Betonnatur ein wenig Abwechselung zu bekommen, versuche ich immer mal wieder ein wenig Variation in die Wege zu integrieren. Dabei lasse ich euch Leser teilhaben und erstelle euch eine Running Heatmap, mit den GPS-Tracks aller Läufe. Spätestens in Woche drei und vier versuche ich dann auch die Lücken um meine Wohnung aufzufüllen, so dass ich hoffentlich Ende Februar eine wunderschöne Asphaltrose erlaufen habe.

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Einfach nur als Unterhaltung, habe ich mir meine letzten 40 Läufe, seit meine Garmin Fenix gestohlen wurde, ausgewertet. Distanz und Pace waren mir bei der Auswertung nicht wichtig, sondern der gemittelte Kalorienverbrauch. In Summe umfasst meine Abschätzung des Kalorienverbrauchs Läufe mit einer Gesamtlänge von 241 km; das sollte eine annehmbare Statistik ergeben. Der Mittelwert des Kalorienverbrauchs ist 73,57 kcal/km. Das passt schon sehr gut zu den Online Kalorienrechnern, die einen Wert von etwa 76 kcal/km ergeben.

Ende dieses Monates will ich die abgelaufenen Kalorien mal in eine anschaulichere Einheit umrechnen:

  • Tafel Vollmilchschokolade = 526 kcal
  • Gr. Pizza Salami = 1300 kcal
  • Salatkopf á 250 g = 32,5 kcal

Ich bin schon gespannt 😉

Fehlt die Disziplin, ist eiserner Wille gefragt!

Nach zwei Wochen muss ich gestehen: diese Challenge ist wirklich eine Challenge! Trotz des Runners High, trotz der Entspannung nach dem Laufen, trotz der gesundheitlichen Vorteile, es ist für mich ein Problem mich jeden Tag zum Laufen zu überwinden. Ist es der Stress auf der Arbeit oder der zweite Sport, den ich regelmäßig mache, ich weiß es nicht. Es ist gerade eine richtige Herausforderung in die Laufschlappen zu steigen.

Nur wie komme ich aus diesem Motivationsloch wieder raus?

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So einfach, Problem gelöst!

Nein, leider nicht. In den Ergebnissen finden sich so viele Bullshit, da geh ich lieber laufen.

Ach nee, ich lese doch einige Internetseiten an …

… bis zu den drei, fünf, acht, zehn oder elf Punkte langen Liste mit den »effektiven Tipps«, den »Motivationssprüchen«, den »einfachsten Methoden«, den »Diagnosen«, (mein Liebling) den »Booster-Tipps«

Einige gute Vorschläge sind doch wohl dabei?

»Null Bock auf Job? Fünf Tipps gegen Ihren …« – Ja was? Fußpilz? So einen Murks klicke ich nicht an!

OK, Ich tu‘s doch! ... Null-Bock-Syndrom Memes auf T-shirts … Neun Dinge, die jeder heimlich im Büro macht … Werbung für pflanzlichen Frischkäse … Ahh, da kommts …

Punkt 1: Sport treiben … Ja danke. Genervt mache ich die Seite wieder zu.

Ein paar richtige Highlights will ich euch aber nicht vorenthalten:

Machen Sie ein Nickerchen

Ja, das ist doch mal eine Aufforderung, der ich spontan am 16. nachgekommen bin und einen Ruhetag eingelegt habe. Im Fachjargon nennt man das Restday 😉. Also habe ich einfach mal nichts und es mir einfach auf der Couch gemütlich gemacht habe.

Wann sollte man einen Restday einlegen. Das hängt stark vom Trainingszustand und der Resilienz gegenüber Belastung. Ich hatte definitiv nach mehr als zwei Wochen täglichen Laufens meine Leistungs- und Willensgrenze erreicht. Woran habe ich das gemerkt?

Im Diagramm sieht man, dass während der ersten zwei Wochen wirklich keinerlei Verbesserungen (Länge oder Geschwindigkeit) eingestellt haben. Bei meinen üblichen Trainingsprogrammen mit zwei bis drei Einheiten pro Woche habe ich nach wenigen Wochen eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung erfahren. So konnte ich bei drei Einheiten pro Woche bereits nach ca. drei Wochen eine Pace von 5:15 Minuten pro Kilometer dauerhaft auf fünf Kilometer halten. Bei täglichem Laufen, hatte ich eher das Gefühl immer langsamer zu werden.

Hinzu kam, dass ich mich eher ausgelaugt gefühlt habe und es mir sehr schwerfiel, die nötige Motivation zum Laufen zu finden.

Für die nächsten Sportchallenges werde ich mir definitiv einen Restday pro Woche genehmigen!

Erinnern Sie sich an das Warum

Nach dem Tag Ruhe, war es deutlich einfacher wieder das Warum zu fühlen. Nach der ersten Überwindung ist Laufen immer eine positive Erfahrung; ich fühle mich gut, frisch und voller Energie. Genau das ist es, was mich am Laufen reizt. Außerdem will ich zumindest einen Teil der diesmonatigen Herausforderung bestehen.

Kaufen Sie sich was Neues

Das steht noch an. Aber ein neuer Laufschuh wird wohl nötig sein.

Melden Sie sich für einen Spaßlauf an

  1. Rhein-Ruhr Marathon Duisburg

Noch nicht angemeldet, aber geplant! Und dann doch nicht gemacht.

Rumsitzen und Aussicht genießen

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Diese Bild zeigt die wahrscheinlich beliebteste Joggingstrecke Duisburgs, die Regattabahn. Gemeinsam mit kommerziellen und privaten Sponsoren ist die 5 km Strecke um die Regattabahn mit einer Beleuchtung extra für Jogger:innen ausgestattet. Zur Finanzierung wird einmal im Jahr ein Lichterlauf veranstaltet.