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Canada

Canada

15. August 2024

Tags: Wissenschaft, Reisen
Lesezeit: 5 Minuten

Titelbild

Es gibt Dinge, auf die gewartet werden muss. Und eines dieser Dinge ist die Electronic Travel Authorization (eTA) der kanadischen Immigrationsbehörde. Üblicherweise ist das Thema in fünf Minuten abgehakt, aber bei mir hat der ganze Vorgang mehr als drei Wochen gedauert.

Vorbereitungen

Schuld daran war ein falscher Kreditkarten-PIN. Dadurch wurde der erste Bezahlvorgang abgebrochen. Es wurde eine Fehlermeldung angezeigt und das wars dann erstmal. Kreditkarten-PIN falsch. Dann organisiert man halt einen neuen. Da die Banken leider nicht die allerschnellsten sind, hat es dann eine Woche gedauert, bis ich die Karte mit meinem Handy verbunden hatte und vor dem nächsten eTA-Versuch auch mal getestet habe.

Der nächste Versuch … bricht wieder mit einer Fehlermeldung beim Bezahlen ab. Dieses Mal ohne überhaupt die Möglichkeit zur Eingabe des PINs anzuzeigen. Hmm, was ist das denn jetzt schon wieder? Keine Ahnung. Leider kann nan mit den kanadischen Behörden nur über ein Webformular in Kontakt treten. Problem geschildert, abgeschickt und dann … wieder eine Woche Funkstille.

So langsam macht sich eine gewisse Unruhe breit. Die Konferenz ist in zwei Wochen und ich habe noch nichts gebucht. Also muss ich so langsam All-in gehen und buche die Konferenz und einen Flug ohne ein Touristenvisum zu haben.

Nach einer kurzen Google-Recherche finde ich Anbieter, die sich um die eTA Angelegenheiten „kümmern“. Kostet statt 7$ 59$, da kann man einen Service erwarten, oder? Leider nicht so wirklich. Nach fast einer weiteren Woche gibt es keine Änderung in meinem eTA-approval Status. Ich fange langsam an richtig unruhig zu werden.

Sechs Tage vor dem Flug, immer noch keine Änderung. Ich wage den letzten verzweifelten Versuch wieder über die kanadischen Immigrationsbehörde einen – dritten – eTA Antrag zu stellen. Und dieses Mal funktioniert das Bezahlen. Da ich den Antrag in Deutschland morgens gebucht habe –in Canada noch es noch nachts – dauert es noch einige Stunden, aber dann endlich habe ich einen bestätigten eTA-Antrag in meinem Mailpostfach.

Am 28.06. – ich bin schon zehn Tage in Canada – bekomme ich von diesem ominösen Anbieter eine Mail, dass jetzt endlich meine eTA Antrag bearbeitet werde. Etwas amüsiert klicke ich sie weg.

Flug

Auch der Flug kann schiefgehen, wer hätte das gedacht 😉

Ich habe die Verbindung Düsseldorf, Frankfurt, Toronto gewählt. So kann ich einfach in Düsseldorf einchecken und muss mich dann wenigstens ohne Koffer durch den Frankfurter Flughafen quälen. Die Wege in Frankfurt sind einfach viel zu weit um entspannt von Gate zu Gate zu kommen; oder ist das nur mein Gefühl.

Auf jeden Fall war das der Plan. Wegen Verspätung und schlechtem Wetter kommt mein erster Verbindungsflug aber erst 40 Minuten später los. Bei 60 Minuten Umstiegszeit würde man jetzt vermuten, dass es knapp werden könnte … ja! Wird es auch. Optimistisch wird mir im Flieger noch mitgeteilt, dass alle Anschlussflüge erreicht werden. Also renne ich los und schaffe es in fünf Minuten von den Gates A zu den Gates C.

Die Stewardess war offenbar etwas zu optimistisch. Der nette Herr von Air Canada konnte mir leider nur noch recht trocken mitteilen, dass ich zum Lufthansaschalter soll, dort wird mir weitergeholfen.

Witzige Story nebenbei: Vor längerer Zeit – geschätzt vor fünf Jahren – hörte ich im Radio eine Sendung mit mir nicht mehr bewusstem Inhalt. Eine Sache war so bescheuert und ist hängengeblieben. Die Moderatorin hat sich am Gendern versucht. Als kleine Übung für die wenigen Leser hier: Überlegt mal wie gendergerecht Stewardess formuliert werden könnte? Die Auflösung kommt in einem der nächsten Absätze.

Also geht das Gerenne weiter. Lufthansa – den Gang entlang – ja, werde ich sicher finden. Und ich finde ihn auch, den unbesetzten Lufthansaschalter. Shit! Jetzt ist der Flieger definitiv weg. Schon bei der Ansage des Air Canada Menschens war mein Optimismus arg getrübt. Ich brauche mich nicht mehr zu hetzen und gehe in normaler Geschwindigkeit wieder zurück zum AC Schalter.

OK, ich hatte ihn falsch verstanden: Nicht nur den Gang entlang, sondern auch die Treppe am Ende hoch. Auf dem Weg muss ich noch mehrfach fragen, bis ich endlich eine sehr lange Schlange vor einem Lufthansaschalter finde. Die Wartenden machen auch einen geeignet genervten Eindruck, dass ich das Gefühl habe richtig zu sein. Nach ein paar Minuten fällt mir auf, dass der Anteil an Asiaten in dieser Schlange überdurchschnittlich hoch ist. Egal, noch zwei Personen, dann bin ich dran.

Die Dame am Schalter schafft es unglaublich gut den richtigen german vibe zu verbreiten. Hier ist man nicht der Weltmeister der Herzen, hier gibt’s den Gruß aus der Hölle. Danke Lufthansa! Nichts desto trotz, hier bin ich falsch. Das ist nur der Schalter für den Flieger nach Shanghai, der bereits mehrfach ausgefallen ist. Mehr Infos als, „Sie müssen aus dem Sicherheitsbereich“ bekomme ich nicht.

Auf dem Weg zur Passkontrolle kommen mir die Stewardess:innen von Air India entgegen. Die bunten Roben stimmen mich glücklich. Es muss nicht immer alles Lufthansa Grau mit Agrofresse sein. Nun bin ich ohne mein Gepäck außerhalb des Sicherheitsbereichs und versuche den Lufthansaschalter zu finden. So langsam habe ich auch kein Bock mehr darüber zu schreiben. Zusammengefasst: auch der nächste war nicht der richtige, dann aber endlich konnte mir nach einer dreiviertel Stunde geholfen werden. Als Konsequenz durfte ich dann noch eine Nacht im wunderschönen Frankfurt übernachten.

Überblick

  • 19.06. bis 22.06. Aufenthalt an der University Waterloo
  • 22.06. bis 24.06. Reise durchs Hinterland von Toronto
  • 24.06. bis 27.06. Konferenz
  • 27.06. bis 03.07. Aufenthalt an der University Waterloo
  • 03.07. bis 06.07 Toronto

Und ab jetzt kommen nur noch Fotos 😉

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